Donnerstag, 2. Oktober 2008

Well, can I ask you, about today?

Hallöchen Ihr B-Boys und Fly-Girls,

ich gebs ja zu, die Abstände zwischen den neuen Posts werden immer länger, der Text immer weniger und die Bilder immer mehr, aber naja.... so lang sich keiner beschwert....
Bei mir ist soweit alles in Ordnung, es geht immer schneller auf die ersten beiden Klausuren zu und ich verbringe im Moment ziemlich viel Zeit mit lesen. Deswegen gäbe es eigentlich nicht soviel zu berichten, allerdings hab ich ja jetzt auch schon über zwei Wochen nichts mehr geschrieben, also hat sich doch einiges aufgestaut....

Den Anfang macht das tolle Casiotone for the Painfully Alone-Konzert, dass ich im letzten Post ja schon angekündigt hatte. Ich liebe einfach diese Eigenheit des Debaser-Clubs an Frei- und Samstagen Konzerte zu veranstalten, die immer umsonst sind, wenn man von 22 Uhr da ist. Obwohl ich diesmal beinahe zu spät gewesen war. Maki hatte mich nämlich noch auf eine Dinner Party eingeladen, wo es gutes japanisches Essen gab, vor allem unglaublich salziges Brot. Allerdings waren da nur Japaner, Koreaner und Schweden, die japanisch sprachen. Charles und ich saßen etwas verdutzt da und konnten nicht ganz mitreden. Aber ich habe dann ja rechtzeitig den Absprung geschafft und wenige Minuten nachdem ich die heiligen Hallen des Debaser Clubs betrat, begann schon die erste Vorband zu spielen. Und das war ziemlich gut, was da gespielt wurde: Ein viel zu junges schwedisches Geschwisterpaar mit Namen "First Aid Kit" trat auf und erinnerte mich die ganze Zeit an die Fleet Foxes, welche sie dann später sogar noch gecovert haben. Was mich aber wirklich geschockt hat, war ihr Alter: Wie kann man bitte mit 15 und 17 Jahren so gute Songs schreiben???? Bitte unbedingt hier anhören, vor allem den Smash-Hit "Cross Oceans".




Danach kam ein Electro-Act aus Berlin: Planningtorock. War ganz gut, hat aber meine Stimmung an dem Abend nicht ganz getroffen. Allerdings konnte man tolle Bilder mit den Hintergrundprojektionen machen. Dummerweise dachte ich dann, ich könnte dafür ja trotz fast leeren Akkus nochmal den Blitz anschmeißen. Das daraufhin entstandene Bild (das zweite) war dann auch das letzte für den Tag, Akku leer.






So konnte ich dann leider keine Bilder vom glattrasierten Owen Ashworth aka Casiotone for the Painfully Alone machen, der ein unglaublich gutes Konzert spielte und auch viel Freude am Publikum hatte. Geschichten über Verletzungen in Norwegen und das Klauen von Ice-Cream-Trucks, um durch die Stadt zu fahren und das Eis zu verschenken, haben das Publikum jedenfalls bestens amüsiert. Leider hat er "Roberta C.", einen meiner liebsten Songs, nicht gespielt, hat mir aber versprochen, es das nächste Mal zu spielen, als ich ihm eine CD abkaufte....


Gleich am nächsten Tag, ging es dann mit 40 anderen Exchange-Students auf in die Schären vor Stockholm zur lang erwarteten "Crayfish-Party", also einem Krebse-Essen mit viel schwedischem "Snaps". Die Student Association der SSE besitzt einfach mal so ein Häuschen direkt am Wasser, wo man immer hinfahren und Wochenenden verbringen kann. Ziemlich luxuriös sowas. Werde auf jeden Fall nach meiner Rückkehr meiner Fachschaft vorschlagen, sich ein Häuschen in der Eifel zuzulegen.


Hinfahrt der ganzen Bande im Zug


Angekommen am Häuschen....


...war der Tisch für uns schon gedeckt....


... und die Krebse wurden vorbereitet!


Wirklich toll war an dem Häuschen auch die Aussicht auf die Ostsee die man hatte und sowieso die Umgebung. Die Schären vor Stockholm sind einfach oberaffengeil, wenn ich mit 82 in Rente gehe, kauf ich mir da ein Haus....





Die ersten Wagemutigen betreten das Wasser....


... aber Bademeister Alan wacht über sie!
(Man beachte den Aufdruck auf dem Rettungsring)




Nach dem ersten Erkunden der wunderschönen Umgebung des Häuschens ging es dann drinnen mit dem Krebseessen los. Allerdings musste man dabei so einiges beachten: 1. Crayfish-Hut aufsetzen. Ohne den geht gar nichts. 2. Crayfish-Songs singen, am besten auf schwedisch. 3. Nach jedem Crayfish-Song "Snaps" nicht vergessen.
Krebse essen ist auch gar nicht so kompliziert, wie ich es mir vorgestellt hatte. Ist nur leider nicht viel zu essen dran. Aber beim vierten und fünften hatte ich den Dreh dann ziemlich raus.


Jonathan (Australien) und Ana (Neuseeland) freuen sich über die hübschen Hüte




Nachdem alle Krebse vertilgt waren, ging dann die wilde Feierei los. Entweder auf dem Dancefloor im Haus, am Lagefeuer oder auf dem Felsvorsprung mit der tollen Aussicht wurde Schabernack getrieben und jede Menge Spaß gehabt....







Irgendwann zu später Stunde sollen dann angeblich auch noch zwei hirnverbrannte Vollidioten in der Ostsee schwimmen gegangen sein. Wie man sich sowas freiwillig antun kann, kann ich nun beim besten Willen nicht nachvollziehen. Da holt man sich doch wirklich den Tod. Der mexikanischere von beiden hat am nächsten morgen Blut gehustet. Selbst Schuld, kann man da wohl nur sagen....







Hab ich eigentlich jemals den netten Brauch der Länder-Abende unter den SSE-Exchange-Students erwähnt? Wahrscheinlich nicht, funktioniert ganz einfach: Alle Studierende aus einem Land schließen sich zusammen, kochen etwas typisches aus dem Land und laden alle zum Essen ein. So gab es schon ein schweizerisches, ein chinesisches, ein italienisches, ein französisches und ein japanisches Dinner. Und letzteres fand vor ein paar Tagen statt, es gab natürlich Sushi und ich hab ein paar Bilder geschossen....




Maki bereitet meinen Teller vor...


Hmmm....


Das nächste Spitzenevent, das in der Woche folgte, war ein Fussballturnier unter den verschiedenen Wohnheimen. Da meine Mannschaft wusste, dass wir fussballerisch trotz Brasilianer an Bord nichts reissen würden, dachten Przemek und ich, dass man wenigstens äußerlich was hermachen sollte. Also haben wir schnell ein Designstudio eröffnet. Leider war unser Designprodukt noch kläglicher als die Leistung der Mannschaft am nächsten Tag, aber seht selbst. Komischerweise haben wir auch von unserem Sponsor schon länger nichts mehr gehört....








Die Sieger der Herzen
Paolo (Italien), Przemek (wahlweise Köln), Johannes (Zollstock), Alex (Östrich-Winkel)
Gui (Norwegen bzw. Brasilien), Charles (Frankreich), Vittorio (Italien), Marius (Österreich), unsere Groupis Maki (Japan) und Esther (Taiwan)
Indra (Wuppertal)




Am Sonntag habe ich dann mit Indra im Djurgarden-Park einen schönen Herbstspaziergang unternommen. Der Park liegt auf der gleichen Insel wie Skansen und ist ähnlich fantastisch. War unglaublich bunt alles da und wir haben dann sogar noch unverhofft ein wunderschönes Café entdeckt. So sollten Sonntage sein....






Sehr nettes Café im Gewächshaus



Hmmm, gleich gibts Kaffee.... Das braune Etwas da war mein Kuchen






So und das Beste kommt zum Schluss, ihr habt sicher alle drauf gewartet. Jawollja, I saw Evan Dando, live und in Farbe. Dienstag der 30.09 im fabelhaften Debaser-Club war es so weit. Die Karten waren schon längst gekauft, püntklich um 20 Uhr stand ich vor der Tür und wartete gespannt auf die Lemonheads. Allerdings musste erstmal die Vorband Racoon aus den Niederlanden überstanden werden. War ganz nett, aber auch nichts besonderes. Außer vielleicht der Gitarrist. Habe noch nie einen Menschen gesehen, der so konsequent seine Augen zusammen gekniffen hat....






So dann ging der Bühnenvorgang des Debaser erstmal zu und alles wartete gebannt auf Mr. Dando und seine Kumpanen. Ich will Euch ja nicht zu lange auf die Folter spannen, natürlich kamen sie dann auch und spielten ein unglaublich fantastisches Konzert. Wenn man die Lemonheads ist, kann man es sich halt mal eben leisten, Welthits wie "Confetti", "It's a shame about ray" und "Rudderless" als zweiten, dritten und vierten Song zu spielen. Unglaublich einfach, wie konnte ich diese Band 22 Jahre ignorieren? Ich habe natürlich Fotos von dem Konzert gemacht und einige schöne von Mr. Dando himself (Achtung, der zweite Teil des Satzes könnte zum Teil deutliche Untertreibungen beinhalten - Die Redaktion). Die will ich Euch natürlich nicht vorenthalten:







Diesmal hat der Akku auch bis zum Ende gehalten. Allerdings habe ich mich nicht mehr getraut Fotos zu schießen, nachdem Mr. Dando versuchte, einem aufdringlichen Fotografen, der direkt vor ihm stand, die Kamera aus der Hand zu reißen und ihn danach sehr unfreundlich aufforderte, doch den Saal zu verlassen. Naja als Rocklegende darf man sowas wohl....
Am Ende spielte er dann noch 5, 6 Songs alleine ohne Band, unter anderem natürlich "The Outdoor Type". Ging dann von der Bühne und spielte, wie zu erwarten, keine Zugabe. Mit 40 muss man sich auch beim Publikum nicht mehr einschleimen....
Naja ich muss nicht mehr erwähnen wie gut das Ganze war, wenn sie noch "Big gay heart" gespielt hätten, wäre ich wohl vor Freude geschmolzen....
Habe auch ein Video von "Shame about ray" gedreht, dass ich eigentlich hier hochladen wollte. Dummerweise hab ich während der Aufnahme laut mitgesungen, so dass das lieber keiner zusehen bekommen sollte.....



So und weil man aufhören soll, wenns am schönsten ist, hier nur noch ein paar Linktipps, die man beim prokrastienieren so findet:

Für Politologen und Historiker: Hier klicken und Plitsch und Plemm schauen!

Für Popkultur-Interessierte: Hier klicken!

Für Punkrocker und Chorfans: Hier klicken!

Für Helene Römer-Anhänger: Hier klicken und zur Premiere gehen!

Neues von mir gibts wahrscheinlich erst nach meinen Klausuren, also nach dem 23.10. Allerdings wäre es wahrscheinlich auch nicht so spannend zu lesen, wie ich die ganze Zeit am lesen bin. Also bis denn und gute Nacht!

PS: Werde in den nächsten Tagen eine Umfrage zur Zukunft dieses Blogs einrichten. Gerade hat das leider nicht geklappt....