macht Euch auf was gefasst. So viele Bilder wie hier gleich kommen, habt ihr im Leben noch nicht gesehen, Harr Harr! Es ist ja jetzt etwas länger her, dass ich mal wieder einen Überblick gegeben habe, was so passiert ist, in den letzten Tagen. Allerdings scheinen ja tatsächlich viele Menschen das hier zu lesen, deswegen traue ich mich jetzt mal, Euch einen etwas längeren Post zuzumuten....Wer bis zum Ende durchhält, kriegt das silberne Johannes Ludwig-Verdienstkreuz....
Gleich am Anfang sei gesagt, mir geht es immer noch bestens hier. Die Uni nimmt einen zwar ziemlich in Beschlag, nach Haiti und Südafrika, darf ich mir jetzt bis Montag 160 Seiten über Ost-Timor durchlesen, aber es ist alles relativ interessant, wissenschaftlich tippitoppi und man hat auch wirklich noch genug Zeit, Blödsinn anzustellen. Aber das wird auch keiner anzweifeln, der den Post hier liest.
Fangen wir mit Samstag, dem 06.09. an, da gab es gleich zwei tolle Events: Wir haben eine Expedition in Europas größtes Freiluftmuseum "Skansen" unternommen und abends war das offizielle "Welcome Dinner" an der Uni. Fangen wir hiermit an:

Eigentlich wollten wir mit einer Riesenriesengruppe durch den Park spazieren, aber da es leicht nieselte und auch nicht wirklich warm war (aber das ist es eh schon länger nicht mehr) hat sich dann kurzfristig die Teilnehmerzahl sehr reduziert. War aber auch nicht schlecht, der Volkswirt bemerkt an dieser Stelle gerne, dass kleinere Gruppen weitaus effizienter arbeiten. Das Effizienz-Team sah wiefolgt aus:

Jennifer und Alan aus Kanada, Stéphanie und Thomas aus Frooonkreisch, Ana aus Neuseeland und meiner einer war überraschenderweise auch mit von der Partie. Wir haben dann den "normalen" Zoo inklusive Flamingos und Kletteraffen sehr schnell passiert und haben uns länger den tollen nordischen Tieren gewidmet:





Nachdem wir alle Hirsche, Rentiere, Bären, Luchse, Büffel, Eulen, Wölfe, Otter und Wildschweine ausreichend observiert hatten, haben wir uns dann dem anderen Teil Skansens gewidmet: Auf einer riesigen Fläche verteilt, gibt es ganz viele antike Häuser bzw. Behausungen aus verschiedenen Jahrhunderten zu sehen, anhand derer man die Geschichte Schwedens blendend verfolgen kann. Bauernhäuser, Schulen, Tipis und und und sind dort nicht nur nachgebildet, sondern größtenteils von den Original-Standorten hintransportiert worden. Alles ganz ganz toll und liebevoll gemacht, wie auch auf den folgenden Bildern zu sehen. Glück hatten wir außerdem, weil an dem Wochenende auch noch "Brotwochenende" war, was nur einmal im jahr ist. So konnte man in vielen Gebäuden auch noch Brot aus dieser Zeit essen. Irgendwann sind wir dann nur noch entlang der Brotstandorte gegangen. Lecker wars, nur das Brot mit Baumrinde war doch ein wenig gewöhnungsbedürftig.....





Unglaublich nette Frau, wir haben sicher ne halbe Stunde bei ihr im Tipi gesessen und uns über die Sami, eine ethnische Minderheit im Norden Schwedens informiert....

Beim Schokoladen-Gewinnspiel konnten wir leider keinen Preis abräumen....Grund genug wiederzukommen....
Alles in allem ein toller Ausflug, obwohl wir in 5 Stunden wahrscheinlich nur 60% von Skansen gesehen haben. Auf den Fotos von anderen Gruppen, die in Skansen waren, sind jedenfalls ganz andere Sachen drauf.... Werde schon allein deswegen, sicher vor Weihnachten nochmal nach Skansen und mir den Rest anschauen. Auch wenn es dann kein Brot gibt... Hat auch mit der Gruppe sehr viel Spaß gemacht, der Regen hat uns jedenfalls sehr zusammengeschweißt :)
Für alle, die mal Stockholm besuchen wollen, ein ganz ganz heißer Tipp, darf man eigentlich nicht verpassen.
Danach noch schnell was eingekauft, nach Hause, geduscht und dann direkt in die Uni zum Welcome Dinner. Naja vorher musste ich noch kurz zu Marius, der hatte schließlich mein Outfit bei sich im Schrank. So nen schicken Anzug hatte ich auch noch nie an, aber stand mir natürlich wie ne eins.....
Da ich keine vernünftigen Schuhe zur Hand hatte und sich natürlich auch niemand finden ließ, der meine Kajakschuhgröße hatte, hab ich mich dann für den Joschka Fischer-Look entschieden. Fand das an der Etepetete-Hochschule ja ganz passend und dachte, da könnte man toll mit provozieren. Aber Pustekuchen, keiner hat was gesagt, wahrscheinlich weil auch kaum einer sie überhaupt gesehen hat.....


Der Abend war echt sehr nett. Zu essen gab es auch - sagen wir - interessante Dinge. Ohne das irgendwie gesagt zu haben, hat man mich einfach mal den Vegetariern zugeordnet, was nicht schlimm war, aber Rentier als Vorspeise hätte ich gerne mal probiert. So habe ich eine merkwürdige Vorspeise bekommen, in der sowohl Kiwi als auch Cocktailtomaten drin waren.... Nicht meine Kombination. Zur Hauptspeise gab es für die Fleischfresser Fisch, für mich so ganz leckere Krautwickel. Nach dem Essen mussten dann verschiedene Länder "Präsentationen" auf der Bühne vorstellen. Den Anfang machten natürlich die Schweden, die uns den Froschtanz darboten...

Von der spanischen, französischen, deutschen und der schweizerischen Präsentation hab ich leider keine Fotos gemacht. War aber alles sehr ähnlich, die Spanier haben Macarena getanzt, die Franzosen Rotwein getrunken und komische Lieder dabei gegrölt, wir haben "Viva Colonia" gesungen und geschunkelt, und die Schweizer haben einen ganz merkwürdigen vor-zurück-nach inks-nach rechts-Mitmachtanz aufgeführt und ne ordentliche Prise Schnupftabak weggehauen. Bei der japanischen Präsi, war ich dann aber wieder bei mir und habe dieses wunderschöne Foto vom Parapara-Tanz gemacht.

Ein Geschenk haben wir sogar auch noch von der Student Association bekommen: Ein Schnapsglas mit dem Logo der Hochschule eingraviert. Die Jungs und Mädels wissen auf jeden Fall, was die Welt braucht.....

Nach dem wir alle aufgegessen hatten und die Präsis vorbei waren, sind wir dann - wie nicht anders zu erwarten - in einen schicken Nachtclub marschiert. Netterweise hatte man uns die Hälfte des Eintritts erlassen, war dann "nur noch" 7€. Hat aber dank der Austauschstudis sehr viel Spaß gemacht. Mein Lieblingssong (siehe vorletzter Post) lief natürlich auch wieder. Als um 3.00 Uhr die Musik ausgegangen ist, waren dann auch tatsächlich nur noch wir auf der Tanzfläche. Danach sind wir dann noch ins Studentenwohnheim und haben ganz gechillt Sandwiches gemampft. Einige Impressionen aus dem poshen Club:


Einen Tag später abends war dann im Korridor meines Studentenwohnheims "Dinner Party", das heißt jeder durfte was kochen, am besten aus seinem Heimatland. Noch halb unausgeschlafen vom Vortag und mit ultrabegrenzten Kochfähigkeiten stand ich mal wieder vor einer harten Probe, aber ich war vorbereitet:

Currywurst, der unerreichte Joker der deutschen Küche, der Star aller Franzosen und Asiaten (siehe vorige Posts). Da hab ich mir mal wieder was einfallen lassen..... Als ich dann abends in die Küche kam, war schon alles fleißig am werkeln: Afsar und seine Frau werkelten an einem Nachtisch aus Bangladesh, Ehsan präparierte iranischen Fisch mit Curryreis, Kursad aus der Türkei machte einen nicht türkischen Nudel-Kartoffel-Auflauf. Da hab ich mich mal gleich an die Arbeit gemacht, wollte ja in nichts nachstehen. Später kam dann noch Sandra und bereitete typisch estnisches - Achtung - Sauerkraut zu. Zhu Hong hat es sich dann nicht nehmen lassen ein verdammt, verdammt scharfes malaysisches Chickencurry zu machen. Alles in allem ein sehr angenehmer und unglaublich leckerer Abend. Habe endlich auch hier meine Wohnheimsflurgenossen mal ein bisschen besser kennengelernt und die nächste "Dinner Party" ist schon in Planung. Was ich da kochen soll, ist mir allerdings ein ziemlich großes Rätsel.... Currywurst kam auf jeden Fall auch hier sehr gut an....



Afsars Sohn, der uns zeigen wollte wie gut er das englische Alphabet singen kann.... War durchaus amüsant.....Die nächsten Tage verliefen dann sehr unspektakulär, ausser Uni, Haiti und joggen ist da nicht viel gelaufen. Am Mittwoch hab ich mir in dem anderen Wohnheim der SSE-Studenten beim French Dinner den Bauch mit Quiche vollgeschlagen. Ab Donnerstag wurde es dann wieder interessanter weil zwei hübsche Damen Stockholm besuchten:

Fünf Tage wollten Anke und Josefine Stockholm unsicher machen und haben sich dazu gleich mal ein schickes Hostel mitten in der Stockholmer Innenstadt rausgepickt. Donnerstagsabend sind wir dann mit 2 Flaschen Rotwein durch die Stockholmer Innenstadt geschlendert und haben schöne Kuriositäten fotografiert:

Freitag war dann das nächste Spitzenevent in der SSE. Eine Unterabteilung der Student Association für alle Deutschlandfanatiker mit dem schönen Namen "Der Verein" hat ein Oktoberfestparty veranstaltet. Es gab ziemlich viel deutsches Bier (Spaten, Bitburger, Becks, Paulaner) und natürlich Jägermeister. Ich glaube die Hälfte der Gäste wird diese Party auch nur noch als die Jägermeister-Party in Erinnerung haben, Oktoberfest-typisches gab es eher wenig, kein Zelt, keine Maßkrüge, keine Volksmusik. Nur kläglich Versuche von ein paar Schweden, sich "traditionell deutsch" zu kleiden. Irgendwann lief zwischen der ganzen Techno-Musik dann auch noch Viva Colonia..... War aber trotzdem eine der coolsten Parties bis jetzt, die Austausstudis haben ne heiße Sohle aufs Parkett gelegt und da gab es noch zwei Damen, die haben sich auch bestens amüsiert:



Samstags abends hab ich erstmal mit zwei unglaublich netten jungen Damen getroffen:


Das Ziel des Abends war der Debaser Club, der wahrscheinlich coolste Konzert- und Tanzclub in Stockholm. Habe mittlerweile schon 6 oder 7 Konzerte auf der Muss-Liste bis Dezember. Und oft gibt es da sogar freien Eintritt, wenn man vor 22.00 Uhr hereinspaziert. So auch am Samstag, wo neben zwei Bands, die ich nicht kannte, auch die fantastischen Suburban Kids With Biblical Names gespielt haben. Da galt es natürlich Präsenz zu zeigen, Maki aus Japan konnte auch noch gewonnen werden und so war ein Spitzenabend vorprogrammmiert.


Schicke Bühnendeko mit Luftballons bei der VorbandLeider hat das alles etwas gedauert mit den Suburban Kids, zwei Vorbands waren noch davor und da mussten wir natürlich ganz viel Bier trinken in der Zwischenzeit. Das war nicht so der Spitzenplan, weil wir vorher schon im Hostel Wodka-Lemon gebechert hatten. Meine Erinnerung an das Konzert ist dann auch eher schwammig, aber Bilder hab ich schrecklich viele gemacht.... War aber auch nicht so schlimm, weil die Band auch nur geschätzte 5 Lieder gespielt hat. Trotzdem Spitzenabend!


Sonntag wurde dann mal wieder nichts gemacht, außer Texte über Südafrika zu lesen und durch den Wald zu hüpfen. Dafür wurde der Montag dann ganz herrlich. Nachdem ich viel zu lange viel zu viel Uni hatte, bin ich mit Anke und Josefine in ein vegetarisches Restaurant gegangen. Anke kannte das schon von einem früheren Stockholm-Besuch und wollte dort, vollkommen zurecht, wieder hin. Vollkommen unverhofft war dann auch noch Studententag dort und das All-you-can-eat-Buffet hat statt 13,50€ nur 7€ gekostet. Und was für ein Buffet war das. Meinem durch schlechte Ernährung doch arg gebeuteltem Magen hat das unfassbar gut getan. So viele leckere Sachen, und die vegane Pizza war eine der größten Köstlichkeiten, die ich je in meinem Leben gegessen habe, word!




Nachdem wir zum Hostel gerollt sind, haben wir noch ein Verdauungsschnapps zu uns genommen und dann kam schon der tränenreiche Abschied. Vielen Dank nochmal an Euch beide für die tollen Abende!
Ich hätte es ja fast nicht mehr für möglich gehalten, aber man kann auch ohne Anke und Josi in Stockholm feiern gehen. So geschehen gestern, also am Mittwoch, wo wir mit einer großen Meute von SSE-Studenten in meinen Lieblingsclub, Gulan Villa (Die gelbe Villa), eingefallen sind. War wieder ein sehr schöner Abend, nur leider war diesmal die zweite Etage nicht geöffnet und deshalb zu Beginn alles sehr eng. Und dummerweise haben sie schon um 1 Schluss machen müssen. Hat uns aber nicht davon abhalten noch an der frischen Luft Schabernack zu treiben. Der Abend endete damit, dass Alan, Przemek und ich uns in meinem Zimmer biertrinkederweise über Amsterdams Rotlichtviertel ausgetauscht haben....
So das wars ersteinmal wieder, hoffe es liest jemand bis hier hin. Wahrscheinlich werde ich demnächst mal berichten, wie es auf dem Casiotone for the painfully alone-Konzert morgen gewesen sein wird oder auf der Krebs-Essen-Party in den Schären vor Stockholm am Samstag. Aber seid bitte nicht enttäuscht, wenn es nicht soviel wird und nicht so schnell kommt. Kann meine künftige Motivation, nochmal so lange Posts zu schreiben, leider schwer einschätzen. Reagiere aber meistens doch auf äußeren Druck *grins*
Wünsch Euch allen ein tolles Wochenende, macht Euch ne schöne Zeit und nicht vergessen: Mit zwei Maß Bier darf man in Bayern noch Auto fahren! In diesem Sinne, auf bald
Johannes
PS: Die folgende Person ist nicht Katie Holmes!






















5 Kommentare:
Boh. Und ich so: Krinte im Mundwinkel und Buckel. Haha.
Respekt! Na dann mach ich mal etwas Druck: Wie war das Krebsessen? Übrigens kommen Rouladen oder wahlweise auch Krautrouladen im Ausland als typisch deutsches Gericht gut an. Am Besten nochmit Klößen. :-) Jedenfalls in Bulgarien und Russland.
also ich kann für die nächste dinnerparty ja als "deutsches gericht" unbedingt reibekuchen mit apfelmuß empfehlen. das kam zumindest in dänemark immer top an bei den anderen austauschstudenten!
und man bin ich neidisch das du auf dem casiotone for the painfully alone konzert gewesen sein wirst!
Ich glaube ihr habt den Teil mit "ultrabegrenzten Kochfähigkeiten" überlesen ;)
Aber reibekuchen klingt gut, hast du da ein rezept zu hand, sebastian? Am besten mit Instruktionen für Küchenidioten...
@astrid: das krebsessen war doch noch gar nicht, immer mit der ruhe...
@anke: kuck mal meine hand auf dem foto an, das sieht auch leicht verkrüppelt aus.... nur maki hat wieder die 1a-pose raus....
jetzt habe ich wohl 4 Stunden verbracht, den längsten Blogeintrag meines Lebens zu lesen, aber jede Sekunde hat sich gelohnt... ;)
So, genug geschleimt. Beste Grüße aus Kölle,
Olli
Kommentar veröffentlichen