Aber alles der Reihe nach:
Dienstag und Donnerstag hatte ich zum ersten Mal Vorlesungen in der SSE, im Kurs "Development Economics". Die Atmosphäre ist sehr nett, ungefähr hundert Leute in einem Hörsaal, der mit Sesseln ausgestattet ist und nach 45 Minuten gibt es 15 Minuten Pinkel- und Kaffeepause. Der Dozent ist ziemlich sympathisch und auch vom Stoff her ist es bis jetzt sehr interessant. Nur leider ist es auch sehr viel, zu jeder Vorlesung muss gelesen werden, was auch komischerweise alle Schweden bereits in der ersten Woche der Uni tuen. Vielleicht war es doch nicht so clever an eine Hochschule zu gehen, wo der NC konstant bei 1,0 liegt....
Aber was mich wirklich begeistert ist die Objektivität des Unterrichts. Der Prof betont ständig, wie begrenzt die volkswirtschaftliche Theorie in diesem Feld ist, was man alles mit den gängigen Theorien nicht erklären kann und dass man unbedingt auch Erkenntnisse anderer wissenschaftlicher Disziplinen einbeziehen muss. In der letzten Vorlesungen haben wir sogar marxistische und neo-marxistische Modelle behandelt. Man stelle sich das mal an der Uni Köln vor..... Wissenschaftlich sind das hier auf jeden Fall beste Zustände! Fragt sich nur, wie lange ich meine "Im Moment habe ich noch Urlaub"-Mentalität da weiter durchziehen kann.....
Na jetzt war das aber viel Text ohne Bilder. Dann mal schnell zu angenehmeren Themen: Feierei! Am Mittwoch wollten wir zu einer Party auf dem Universitätsgelände neben meinem Wohnheim gehen. Allerdings musste wir sehr schnell einsehen, dass wir bei riesigen Schlangen und einem schon vollen Feier-Ort wohl nicht mehr reinkommen würden, was uns die Türsteher dann auch freundlicherweise bestätigten. So sah das vor und hinter uns aus:


Im Nachhinein stellte sich das aber gar nicht als allzu schlecht heraus, denn Maki, eine Kommilitonin aus Japan, wusste netterweise, dass es auf dem Gelände der Uni noch eine zweite Bar gab, die Mittwochs aufhatte. Und so landeten wir in einer schön heruntergekommenen alten gelben Holzvilla. Der Eintritt war frei, das Bier kostete 2,50€ und als wir hereinkamen liefen die Talking Heads. Muss man mehr sagen? Ich hab mich jedenfalls köstlich amüsiert. Gute Musik und vor allem tolles Ambiente:

Man konnte sogar noch in den zweiten Stock hochgehen, wo es eine weitere Bar und einen tollen Holzbalkon gab:
Naja wir haben jedenfalls bestens gefeiert, was bei den Strokes und Hot Chip als musikalischer Untermalung natürlich nicht sonderlich schwer war und folgendes Foto eindrucksvoll unter Beweis stellt:

Einen Tag später hatte Rita, eine Kommilitonin aus Ungarn, uns alle zu ihrem Geburtstag eingeladen. Irgendwie waren aber alle noch angeschlagen vom Tag vorher, so dass um 22 Uhr irgendwie keiner mehr da war. Allerdings hatte Marius einen Tag später ebenfalls Geburtstag und wir hatten ihm ein Spitzengeschenk gekauft, so dass wir uns noch bis 24 Uhr beschäftigen "mussten". Da Marius noch einige Kapitel aus einem Buch kopieren musste, keiner mehr Bier hatte und wir uns im Wohnheim direkt neben der SSE befanden, haben wir dann mal spontan beschlossen, zu testen, ob man wirklich wie versprochen 24h in die Uni kommt. Und naja, mit unseren tollen Access-Cards kann man so einiges anstellen.... So sind wir dann mal eben an der Aula vorbeispaziert, die übrigens voll beleuchtet und ziemlich dreckig war und nichtmal der Beamer ausgeschaltet wurde. Und das im Land der umweltbewussten Schweden....
Naja wir haben unseren Spaß gehabt und die ganze Zeit überlegt, ob man nicht einfach mal nachts dort eine Party veranstalten sollte. Hätte nämlich keiner gemerkt:



Da der Kopierer im Hauptgebäude aber nicht funktionieren wollte, sind wir dann rüber ins PC-Lab gegangen. Auch da hat man 24h-Zutritt. Da waren sogar noch zwei Studis unterwegs. Wir haben auf jeden Fall bis halb 1 fleißig kopiert und Marius hat sich herzlich über unsere Tortenkerzen ohne Torte gefreut.
Freitag, der 29.08.2008 sollte dann eigentlich nicht als Höhepunkt in mein Tagebuch eingehen: Den ganzen Tag war ich müde, habe nichts vernünftiges gemacht und hab nachmittags sogar nochmal 2 Stunden geschlafen. Aber gottseidank hatte uns ja Bing, eine Französin chinesischer Herkunft, zum international Dinner eingeladen. Und dann wollten Przemek und ich ja auch was bieten und haben uns am deutschesten aller Gerichte probiert: Der Currywurst!

Tatsächlich waren wir sogar die einzigen, die etwas gekocht haben, da Bing an dem Wochenende umziehen musste und die Zeit nicht fand, etwas leckeres chinesisches zu kochen. Somit waren wir die Stars des Abends und, als das Essen dann auf dem Tisch bzw. der Fensterbank stand, war der Anstrum groß.


Ich hätte ja nicht gedacht, dass man mit Currywurst Menschen so begeistern kann, aber ihr hättet mal die Augen der anwesenden Asiaten sehen sollen, als sie probiert haben. Selbst den ansonsten so anspruchsvollen Franzosen hats geschmeckt. Wir wurden, vollkommen zurecht natürlich, mit Lob überschüttet und sind stolz Kommunikatoren deutschen Kulturguts zu sein ;)
Als dann noch Victoire, eine andere Französin, mit Crèpes als Nachtisch vorbeikam, war das International Dinner bestens abgerundet.


Frisch gestärkt konnten wir dann ins Stockholmer Nachtleben aufbrechen. Mussten aber erstmal feststellen, wie schön Stockholm bei Nacht ist:




Leider teilte sich die Gruppe dann auf, weil wieder einige in einen superschicken Club mit 12€ Eintritt gehen wollten und einige andere, darunter ich, eigentlich nicht mehr so fit waren. Wir sind dann mit einer kleinen Gruppe in so eine beheizte Outdoor-Bar gegangen, die immerhin keinen Eintritt gekostet hat. Dafür waren die Getränkepreise dementsprechend. Gottseidank war Przemek dann so clever und hat mir entgegen meinen Willen kein Bier mitgebracht, als er sich eins holte. Er jedenfalls hat sich sichtlich gefreut, 7€ dafür bezahlt zu haben:

Und heute, haben wir eine wundervolle Bootstour gemacht. Charles aus Frankreich, Przemek, Patrick, der gerade Przemek besucht, und ich hatten eine tolle Tour nach Vaxholm gebucht, eine kleine Tourustenstadt auf einer Vorinsel von Stockholm. Damit Ihr so richtig neidisch werdet, werde ich einfach mal unkommentiert ganz viele Bilder hier reinstellen. Voilà:













Angekommen bei der Festung in Vaxholm mussten wir uns erstmal ordentlich stärken!

So das wars eigentlich für diese Woche, aber da sich ein paar Bilder bei Facebook so großer Beliebtheit erfreuen, will ich sie Euch natürlich nicht vorenthalten. Habt alle viel Spaß und einen guten Start in die Woche!










1 Kommentare:
marcy marc und sofja waren hier und lassen viele grüße
keep it going dude!
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